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Fossiles Lorbeerblatt: ein Blatt voller Energie


Woraus besteht eigentlich Kohle, jener unterirdisch gewonnene Stoff, der lange Zeit die Grundlage unserer Energieversorgung war? Die Antwort lautet: aus Pflanzen! Über Millionen Jahre zusammengepresst, entstand aus zartem Blattgrün ein energiedichter Rohstoff. Die Abbildung zeigt ein fossiles Blatt der Art Laurophyllum pseudoprinceps – ein aus dem Braunkohlentagebau Berzdorf (Sachsen, Oberlausitz) geborgenes Lorbeergewächs.

Das mumifizierte und nahezu vollständig erhaltene Blatt ist nur ein Beispiel für die zahlreichen aus den tonig-schluffigen Zwischenmitteln der Braunkohle stammenden Blattfossilien, welche im Tertiär vor ca. 16 bis 14 Millionen Jahren abgelagert und eingebettet wurden.

Nach der Bergung im Gelände werden derartige hochempfindliche Blätter aufwendig präpariert, in Glyceringelatine konserviert und auf Glasplatten montiert. Durch ihren hervorragenden Erhaltungszustand  eignen sie sich sehr gut für eine wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung: Aus ihnen kann ein Bild der damaligen vorherrschenden Vegetation und des Klimas rekonstruiert werden.

Das hier abgebildete  immergrüne und ganzrandige Blatt von Laurophyllum pseudoprinceps stellt ein typisches Element des Lorbeer-Sommerwaldes der Berzdorfer Beckens dar und deutet auf subtropisches bis warmgemäßigtes Klima zu jener Zeit hin.

In den Geowissenschaftlichen Sammlungen des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz sind neben etlichen weiteren Pflanzenfossilien insgesamt 750 Präparate mit solchen mumifizierten Einzelblättern abgelegt.

Exponat des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz

Wissenschaftsjahr 2010