Exponat der Woche

Der Mauersegler: Energiesparen als Überlebensstrategie


Vögel sind Experten im Energiesparen. Durch Verzicht auf schwere Zähne und Knochenmark sowie auf einige innere Organe wie die Blase und den zweiten Eierstock konnten sie in Leichtbauweise den Luftraum erobern.

Ein Meister im Fliegen ist der Mauersegler (Apus apus). Mit seinen langen schmalen Flügeln ähnelt er unseren Schwalben, mit denen er aber nicht verwandt ist. Die nächsten Verwandten der Mauersegler sind die Kolibris der Neuen Welt.

Mauersegler verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft, nur bei starken Kälteeinbrüchen sammeln sie sich dicht gedrängt und bewegungslos an Häuserwänden oder Felsen. Auch zum Brüten müssen sie noch Boden betreten. Ihre Brutgebiete liegen in Europa bis zu den Tundren Russlands. Unseren Winter über halten sie sich in Afrika auf. Mauersegler sind Langstreckenzieher, die große Höhen nutzen. Die kalten Luftströme in bis zu 3.000 m Höhe helfen ihnen, ihre Energieressourcen langsam zu verbrennen. Mauersegler können bei kalter Umgebungstemperatur ihre Körpertemperatur um einige Grad absenken.  Dabei werden alle Körperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren. Jungvögel im Nest übertreffen dabei die Altvögel noch: Sie fallen in Torpor, einen physiologischen Schlafzustand. Dabei sinkt die Körpertemperatur von etwa 39 °C bis knapp über die Umgebungstemperatur ab, darf aber 20° C nicht unterschreiten. Zunächst werden die Fettreserven verbraucht, dann wird das Körpergewebe angegriffen, zuerst die Muskulatur, dann innere Organe, vor allem die Leber. Auf diese Art können Mauersegler einige Tage bis zwei Wochen ohne Nahrung überdauern.

Exponat des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig

Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn beteiligt sich an ... >>

Wissenschaftsjahr 2010