Exponat der Woche

Der Meteorit: Zerstörerische Energie


Der Einschlag eines Asteroiden oder Kometen auf der Erdoberfläche setzt enorme Energien frei. Berechnungen zeigen, dass  sich dabei innerhalb weniger Sekunden Kilometer hohe Berge bilden können. Zunächst entsteht eine Hochdruck- oder Schockwelle, die halbkugelförmig in den Boden läuft und dort zu unumkehrbaren Änderungen in der Struktur der Gesteine und Minerale führt. Unmittelbar danach wird das Gestein druckentlastet; es kommt zum Auswurf enormer Gesteinsmengen und der eigentlichen Kraterbildung.

Besonders weitreichenden Folgen hatte ein Meteoriteneinschlag vor 65 Millionen Jahren auf der Halbinsel Yucatan in Mexico. Er wird für das Aussterben von mehr als 60 Prozent aller Arten am Ende der Kreidezeit verantwortlich gemacht. Zunächst zerstörten gigantische Erdbeben, Stürme und Tsunamis die gesamte Region um den damaligen Golf von Mexiko. Riesige Staubmengen breiteten sich weltweit in der Atmosphäre aus. Die Verdunklung durch den Gesteinsstaub führte zum Absterben von Pflanzen, dadurch wurde die Nahrungskette empfindlich gestört. Da der Meteorit in Schichten aus Gips und Kalkstein einschlug, wurden große Mengen an Schwefelgasen und Kohlendioxid freigesetzt. Es bildete sich saurer Regen und die Temperatur sank über mehrere Jahre. Das Kohlendioxid löste jedoch langfristig einen Treibhauseffekt und Erwärmung aus.

Zeugen dieser Katastrophe sind in den neuen Ausstellungen des Museums für Naturkunde im Saal “System Erde” zu bestaunen. Eine der dynamischen Legenden zeigt in einer Simulation, was passieren würde, wenn solch ein großer Meteorit, wie er in Yucatan niederging, in Berlin einschlagen würde. Unser Foto zeigt einen 215 Kilogramm schweren Eisenmeteoriten aus Gibeon in Namibia.

Exponat aus dem Museum für Naturkunde in Berlin

Museum für Naturkunde in Berlin

Ob Tierpräparat, Dinosaurier oder Smaragd: Mit über 30 Millionen zoologischer, paläontologischer und mineralogischer Objekte ist das Museum für Naturkunde das größte deutsche Naturkundemuseum. >>

Wissenschaftsjahr 2010