Exponat der Woche

Die Dampfmaschine als Migrationsmotor


Zu den zahlreichen technischen Innovationen, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts in der Saline Königsborn durchgeführt wurden, gehört die von dem damaligen Oberbergrat Freiherr Karl vom und zum Stein initiierte Errichtung einer „Feuermaschine“, also einer Dampfmaschine, in Unna-Afferde. Der gusseiserne Zylinder dieser Maschine kam aus England. Es war die erste Dampfmaschine ganz Westdeutschlands, die 1799 zur Steigerung der Soleförderung in der preußischen Saline in Betrieb genommen wurde. Unsere Abbildung zeigt eine kolorierte Tuschezeichnung  dieser Maschine von Jacob Nieling aus dem Jahr 1822.

Im Rahmen des Technologietransfers jener Zeit stammten auch die Arbeiter, die die Maschine aufbauten, aus England. Dass man auch später im 19. Jahrhundert englisches Know how adaptierte, belegen die Angebotsliste, die einer Lieferung von Industriemodellen der Firma Galloway an das preußische Handelsministerium beigefügt war, und der Dienstvertrag des Engländers William Hallom mit einer Gießerei in Witten an der Ruhr; hier hatte Friedrich Harkort die erste deutsche Dampfmaschinenfabrik errichtet. Als Folge des Technologietransfers migrierten also sowohl Menschen, als auch Maschinen und Know how.

Exponat des Deutschen Bergbau-Museums/Montanhistorisches Dokumentationszentrum

Deutsches Bergbau-Museum in Bochum

Wie hat der Bergbau als dominante Form der Energiegewinnung das ... >>

Wissenschaftsjahr 2010