Exponat der Woche

Tütenkohle: Kohle trotz Kohlenkrise als Heizstoff anbieten


Die „Papiertüte für 7 1/2 kg Anthrazit-Nussbriketts“ symbolisiert die historische Relevanz und zugleich das Verschwinden des Energieträgers Steinkohle in und aus den privaten Haushalten. Die Brennbarkeit der Steinkohle ist seit der Antike bekannt, aber erst im 19. Jahrhundert setzt sie sich als der dominierende Brennstoff im Hausbrand durch. Bereits seit den 1890er-Jahren bekam die Steinkohle Konkurrenz durch andere Energieträger: Zunächst durch die Braunkohle, dann seit Mitte 1950er-Jahre durch das billigere und leichter handhabbare Heizöl. Die Tütenkohle, hier ein Beispiel aus den späten 50er oder frühen 60er Jahren, machte Anlieferung und Anwendung der Kohle sauberer und bequemer. Das Kalkül: Man wollte damit den massiven Absatzeinbrüchen in diesem Marktsegment seit Beginn der Kohlenkrise Anfang 1958 entgegen wirken. Langfristig blieben jedoch alle Maßnahmen erfolglos. In Deutschland wird heute praktisch keine Steinkohle mehr zur Wärmeerzeugung in den Privathaushalten genutzt. Tragende Säulen des Absatzes sind für den deutschen Steinkohlenbergbau heutzutage die Kohleverstromung und die Eisen- und Stahlindustrie.

Exponat des Deutschen Bergbau-Museums/Montanhistorisches Dokumentationszentrum

Deutsches Bergbau-Museum in Bochum

Wie hat der Bergbau als dominante Form der Energiegewinnung das ... >>

Wissenschaftsjahr 2010