Exponat der Woche

Die elektrische Bratpfanne: Heute gibt es Kabelsalat!


Was man heute nur als asiatische Woks kennt, war um 1900 der Inbegriff ‚modernen’ Kochens: die elektrische Bratpfanne. Lange bevor es den elektrischen Komplettherd gab, wurde das Kochgeschirr an das neue Stromnetz angeschlossen. So auch diese Bratpfanne des österreichischen Konstrukteurs Friedrich Wilhelm Schindler aus dem Jahr 1887. Sie wurde per Kabel über eine oberhalb der Arbeitsfläche angebrachte Steckdosenleiste mit Strom versorgt.
Das elektrische Kochen machte zwar im Vergleich zum Kohlenherd weniger Arbeit, es war aber auch mit neuen Gefahren verbunden: Wegen der schlechten Isolierungen setzte es für Koch und Köchin oft Stromschläge. In der ‚modernen’ Küche sorgten die vielen Pfannen, Wasserkocher und Kochplatten für lästigen Kabelsalat. Als jedoch in den 1920er Jahren der flächendeckende Ausbau des Stromnetzes und günstigere Tarife das elektrische Kochen für die breite Bevölkerung attraktiv machten, verdrängten integrierte Elektroherde und -öfen bald die elektrifizierten Einzelgeräte.

Exponat des Deutschen Museums in München

Deutsches Museum in München

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Wissenschaftsjahr 2010