Exponat der Woche

Quecksilberdampfgleichrichter: Riesenhaft und empfindlich


Quecksilberdampfgleichrichter gibt es in den unterschiedlichsten Dimensionen. Doch welche Funktion hatte dies merkwürdige Gebilde? Ein Stromnetz ist für Wechselstrom eingerichtet, weil sich diese Stromart mit geringen Verlusten übertragen lässt. Sie hat sich Ende des 19. Jahrhunderts durchgesetzt.

Für viele Anwendungen benötigt man jedoch Gleichstrom. Zum Laden von Akkus zum Beispiel oder für den Antrieb von Straßenbahnen. Ein Quecksilberdampfgleichrichter – eine Art von Röhre – wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um. Der Konstrukteur des Grundmodells war Peter Cooper Hewitt, der es im Jahre 1902 zum Patent anmeldete. Der luftleere Kolben des von ihm entwickelten Umwandlers bestand bereits aus Glas. Im unteren Teil ruht ein Quecksilbersee, an dessen Oberfläche im Betrieb ein blaugrünliches Licht umhertanzt. In den Folgejahren entwickelten mehrere große Elektrounternehmen praxistaugliche Quecksilberdampfgleichrichter. Von 1905 bis 1930 war dieser Typus in Gebrauch. Eine eindrucksvolle Version ist der Quecksilberdampfgleichrichter, der zusammen mit einigen Artverwandten für die Zugspitzbahn zum Einsatz kam.

Die Gefahr, dass der Glaskolben zerbricht, ließ sich naturgemäß nicht entscheidend verringern. Nach und nach wurde stattdessen Metall verwendet für zunehmend größere und stabilere Gleichrichter, die bis 1960 für die Erzeugung von Gleichstrom verwendet wurden.

Exponat des Museums für Energiegeschichte(n) in Hannover.

Museum für Energiegeschichte(n) in Hannover

Das Museum für Energiegeschichte(n) beteiligt sich mit vielfältigen Angeboten an ... >>

Wissenschaftsjahr 2010