Exponat der Woche

Sprungwunder Floh


Flöhe sind Blut saugende Quälgeister für Mensch und Tier. Man kennt über 2.000 Arten, die vor allem auf Säugetiere spezialisiert sind. Mit ihrem flügellosen, seitlich abgeflachten Körper können sie sich optimal im dichten Fellkleid fortbewegen. Viele Floharten sind augenlos. Dafür besitzen sie Sinnesorgane für Wärme, chemische Reize und Erschütterungen. Bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, Veränderungen am Wirt sofort zu bemerken. Flöhe auf einer sterbenden Ratte verlassen schon nach wenigen Sekunden panikartig das „sinkende Schiff“. Ihr Sprungvermögen ist legendär. Dank starker Sprungbeine können die 3 mm großen Menschenflöhe 50 cm weit springen! Ein Weitspringer müsste bei den Olympischen Spielen mehr als 50 Meter weit springen, um es mit seinem tierischen Konkurrenten Floh aufzunehmen.

Die Schnellbewegung der Sprungbeine des Flohs gilt als eine der schnellsten Bewegungen im gesamten Tierreich. Um dies zu erreichen, würde die Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskeln nicht ausreichen. Daher besitzen Flöhe in ihren Beinen sogenannte Resilinpolster. Resilin ist ein elastisches Protein, das vor dem Sprung wie ein Bogen gespannt werden kann und dem Floh auf diese Weise sehr weite und hohe Sprünge ermöglicht. Der Sprung eines Flohs ist ungerichtet. Flöhe können von Goldhamstern, Hühnern, Hunden, Igeln, Kaninchen, Katzen, Meerschweinchen, Singvögeln, Tauben auf Menschen überspringen. Dabei springen sie bis zu 30 cm hoch und mehr als 50 cm weit.

Exponat aus dem Museum für Naturkunde in Berlin.

Museum für Naturkunde in Berlin

Ob Tierpräparat, Dinosaurier oder Smaragd: Mit über 30 Millionen zoologischer, paläontologischer und mineralogischer Objekte ist das Museum für Naturkunde das größte deutsche Naturkundemuseum. >>

Wissenschaftsjahr 2010